Allgemeine Info mit erhobenem Zeigefinger:

Frettchen sind tolle Haustiere. Sie sind lieb, verschmust, intelligent, lustig, quirlig - geliebt!
Und Frettchenwelpen? Die sind SO SÜß!

So kommt oftmals schnell der Wunsch selbst einmal Frettchen Welpen zu haben. Das Decken ist oftmals unproblematisch, so einfach und nach 6 Wochen sind putzige kleine Frettchenwelpen da, die flauschig sind und einfach nur viel Freude machen - DENKSTE! 

Oftmals kommt das Erwachen schneller als gedacht. Es kommt zu Komplikationen, hohen Kosten - oder aber einfach nur zu viel mehr Arbeit als erwartet oder Problemen in der Vermittlung oder mit dem Vermieter, oder, oder....

Frettchenzucht ist eine der schönsten Sachen der Welt, wenn man darauf vorbereitet ist, was einen erwartet und was potenziell auf einen zukommen kann, wenn man helfende Hände hat, wo man sie braucht und Rat einholen kann, wenn man selbst einmal nicht mehr weiter kommt.

Frettchenzucht hat sehr viel mit Erfahrung zu tun und mit dem Gefühl für seine Tiere, aber auch mit Glück und einem Notfallplan, wenn dieses ausbleibt.

Es gibt zum Thema Frettchenzucht ein paar Dinge, die man wissen sollte - diese möchte ich auf den folgenden Seiten ansprechen. Sie sind jedoch subjektiv, wie alle Erfahrungen, die ich in meiner langen Zeit als Frettchenhalter und Züchter machen durfte.

Ich gebe jedem, der sich mit dem Thema Züchten oder "nur mal einen Wurf haben" beschäftigt, den Rat, sich einen Partner zu suchen, einen Züchter mit Erfahrung, der einen an die Hand nimmt und berät. 
Bestenfalls kann man sich anschauen, welche Vorkehrungen und welche Ausrüstung notwendig sind. Und man erhält Hilfestellungen, die einem gerade beim ersten Wurf sehr helfen können.

Erwähnenswert finde ich auch folgende Dinge:

  • mit der Frettchenzucht lässt sich kein Geld verdienen im Gegenteil
  • Frettchenzucht macht Arbeit, mit den Elterntieren, mit den Welpen, mit der Vermittlung der Welpen, mit den neuen Besitzern
  • kleine Frettchen mache viel Dreck, brauchen viel Futter, viel Aufmerksamkeit, eine gute Sozialisation und eine sichere Hand, außerdem viel Platz und viele Ersatzdecken, Spielzeug etc. - sie machen einfach einiges kaputt
  • für den Fall, dass die Fähe als Mutter ausfällt, muss Zeit vorhanden sein, die Welpen mit der Hand aufzuziehen, dies bedeutet alle 2 Stunden zufüttern, wenn man einen Wurf von 12 Welpen betreut, bedeutet das praktisch durchzuarbeiten. Alternativ muss eine Amme bereit stehen - diese Fähe sollte möglichst am gleichen Tag geworfen haben
  • Langhaar Fähen dürfen niemals alleine eingedeckt werden
  • ein fachkundiger Tierarzt sollte vorhanden sein und eine Woche um den Wurftag immer verfügbar sein
  • die Elterntiere müssen gesund und auf Verwandschaft geprüft werden
  • die Fähe und die Welpen benötigen ein separates Gehege
  • ab dem 21. Tag müssen die Welpen 3x am Tag zugefüttert werden. Ist hierfür Zeit?
  • einen Welpen in die Welt zu setzen bedeutet Verantwortung tragen. Neue Besitzer müssen begleitet werden, Welpen im Notfall zurück genommen werden.
  • Für bis zu 14 Welpen muss ein neues Zuhause gefunden werden, bis zum Auszug muss für den Fall, dass es länger dauert ausreichend Platz vorhanden sein.
  • Rüde und Fähe müssen während der Aufzucht separiert werden, der Rüde sollte jedoch auch dann nicht alleine leben müssen.
  • ...

Jeder, der mit dem Gedanken spielt einen Wurf zu haben oder gar eine Zucht zu beginnen sollte sich damit auseinander setzen, ob er tatsächlich die Verantwortung tragen kann und will. Gedeckt ist schnell, aufgezogen und vermittelt leider nicht.
 

Frettchenzucht ist eine der schönsten Dinge, die mir einfallen. Ich nenne sie immer mein "Luxushobby". Ich bin überzeugt, dass die Liebe zu den Tieren einen den Rucksack der Verantwortung und des Aufwandes leichter tragen lässt. Jeder der ihn tragen will, dem stehe ich gerne beiseite.