Die Ranz bei der Fähe:

In der Ranz sind Frettchen paarungsbereit. 

In der Regel kommen Frettchenfähen zwischen dem 8. und 10. Lebensmonat das erste Mal in die Ranz. Je später ein Frettchen im Jahr geboren ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass es früher in die Ranz kommt. Möglich ist dies auch schon mit 6 Monaten. Gerade in der Wohnungshaltung mit wärmeren Temperaturen kommen Fähen schon vor dem Frühling in die Ranz.

Die Ranz bei der Fähe beginnt je nach Temperatur und Helligkeit  zwischen Februar und April.

Ein follikelstimulierendes Hormon, kurz auch als FSH bezeichnet, wird ausgeschüttet und treibt den Prozess bis zur Paarungsbereitschaft voran.

Dabei schwillt die Vulva langsam an, bis sie prall und rosa rot ist und ein klares Sekret absondert. Vom Sekret sind die Innenbeine und teilweise auch der Bauch der Fähe feucht (Achtung hier ist Hygiene geboten!!). Die Fähe wird unruhig und setzt kleine Urintröpfchen und Sekrettröpfchen ab, was auch einen unangenehmen Geruch zur Folge haben kann.

Üblicherweise verläuft die Ranz in Intervallen. Der Östrogenspiegel der Fähe steigt zu Beginn der Ranz an, wird sie nicht gedeckt, sinkt er nach einigen Wochen wieder ab und die Fähe kommt von alleine wieder aus der Ranz heraus. Dieser Prozess verläuft über den gesamten Sommer in Zyklen, sodass eine ungedeckte Fähe üblicherweise mehrfach in die Ranz und wieder heraus kommt. Dies ist ein Prozess, der sehr an den Kräften der Fähe zehrt.
Sollte dies nicht der Fall sein und die Fähe kommt nach einem Zeitraum von 36 bis 42 Tage nicht von selbst wieder aus der Ranz, so kann eine Dauerranz einsetzen, die für die Fähe lebensbedrohlich ist.

In der Dauerranz steigt der Östrogenspiegel auf ein ungesundes Maß an. Es kommt zur Schädigung des Rückenmarkes. Dieses ist zuständig für die Produktion roter, wie weißer Blutkörperchen. Können diese nicht mehr ausreichend produziert werden, kann die Fähe größere organische Schäden davon tragen. Sie wird zusehens schlapp und hat helle Schleimhäute. Der Zustand der Dauerranz macht eine Fähe sehr anfällig für jegliche Infektion. Oftmals überleben betroffene Fähen die Dauerranz nicht. Dies gilt vor allem dann, wenn diese nicht rechtzeitig erkannt und die Fähe keinem fachkundigen Tierarzt vorgestellt wird.

Aus diesem Grund sind nicht für die Zucht bestimmte Tiere stets zu kastieren!

 

Die Ranz beim Rüden:

Beim Rüden ist die Ranz, ebenfalls ausgelöst durch die Ausschüttung des FSH, durch das Hervortreten der Hoden und einen stechenden Geruch unverkennbar. Ranzige Rüden bekommen außerdem oftmals stumpfes, fettiges Fell, welches oftmals im Verlauf der Ranz an Farbintensität verliert.

Auch das Verhalten des Rüden verändert sich. Gegenüber ebenfalls unkastrierten Rüden kann ein echtes Machtgehabe bis hin zu tödlichen Beißereien eintreten. Gegenüber Fähen verhält sich der Rüde ebenfalls dominant. 

Ein Rüde bleibt meist über den gesamten Sommer, meist bis hin in den September Paarungsbereit. Erst dann schwillen die Hoden wieder ab und der Geruch lässt langsam nach.